Lösungsorientiert im Alltag mit Clean Language

Lösungsorientiert – Clean Language im Alltag mit Kindern

Lösungsorientiert im Business, im Coaching und in der Therapie ist normal. Aber im Alltag? Clean Language bedeutet nicht, dass man klar und deutlich spricht, klare Worte verwendet oder direkt Tacheles redet. Clean Language ist in erster Linie genaues Zuhören, dann die Benutzung bestimmter Fragestellungen, die sogenannten Clean Language Basisfragen, dass man lösungsorientiert und systemisch denkt, ohne Interpretationen und Deutungen agiert, dass man Lösungen modelliert, mit Metaphern umgeht und last but not least, die eigenen Vorstellungen aus dem Gespräch sowie eigene Hypothesen aus dem Gespräch und aus den Inhalten des Gesprächspartners draußen lässt.

Eine der wichtigsten Fragen in Clean Language ist “Und was möchtest Du gerne, das[s] geschieht?”. Wir benutzen die Frage dabei gerne auch im Alltag, insbesondere wenn man irgendwelche zu deutenden Appelle aus indirekten Andeutungen zwischen den Zeilen herausfiltern müsste. Statt herum zu interpretieren fragen wir dann einfach “Und was möchtest Du gerne, das[s] geschieht?” mit der Betonung “UND [kurze Pause] was MÖCHTEST du gerne, das[s] geschieht?”.

Unsere Kinder haben nicht nur den Prozess der Übersetzung mitbekommen, oder die Abwesenheit von Bettina und mir während unserer Clean Language Weiterbildungen in London, sowie die Monate der Generierung der Clean Language Karten, sondern sie erleben unsere Clean Language Fragestellungen und Anwendungen sehr bewusst auch im Alltag.

Clean Language – lösungsorientiert beim Frühstück

Eine kleine Anekdote: Meine Kinder hatten bereits gefrühstückt und hatten noch ein paar Minuten Zeit, bevor sie den Weg in die Schule antreten mussten. Sie spielten im Wohnzimmer, während ich noch am Frühstückstisch saß. Da fiel mir auf, dass Paul und Lea (Name geändert) ihr Glas nicht ausgetrunken hatten.

Ich rief mahnend ins Wohnzimmer:

“Paul und Lea, ihr habt Euer Glas nicht ausgetrunken!”

“Papa”, antwortete Paul, “UND (kurze Pause) was MÖCHTEST du gerne, das[s] geschieht?”

Kinder lernen Clean Language & Symbolic Modelling

Dass Kinder die Denkweise, die Fragestellungen und das Modellieren von Lösungen übernehmen und in ihren Alltag zu integrieren verstehen, davon berichtet auch unsere Kollegin Julie Mc Cracken. Ihr Buch wird im nächsten Jahr erscheinen (“Clean Language in the Classroom”).

Erwachsene fordern Clean Language

Ein wichtiger Teil von Clean Language & Symbolic Modelling ist das wörtliche, nicht spiegelnde oder paraphrasierende Wiederholen der Worte des Gesprächspartners. Bettina Wellke erfährt immer wieder in ihrer täglichen lösungsorientierten Arbeit als Logopädin, dass Patienten und die Eltern ihrer kleinen Patienten (Kinder), welche bei ihr Clean Language erlebt haben, sie bisweilen berichtigen, wenn sie in der “normalen” Sprache vom wörtlichen Wiederholen abweicht. Die Patienten fordern ein, dass man ihnen wörtlich und genau zuhört und nicht ungefähr. Die Wirkung von ungefährem Zuhören sind alle Menschen oder zumindest die meisten gewohnt. Wer aber mal erfahren hat, wie gut es tut, dass man genau zuhört, mit allen Nuancen, der möchte dieses gute Gefühl häufiger haben. Clean Language lässt den Patienten in seiner Denk- und Wahrnehmungswelt. Auch dadurch, dass man durch Clean Language sich nicht ständig gegen Missinterpretationen und Missdeutungen wehren muss und bei sich im persönlichen Denk-Prozess bleiben kann, unterstützt Clean Language lösungsorientiert Klienten dabei, eigene persönliche Lösungen zu entwickeln.

Clean Language und sein genaues Zuhören ist nicht nur lösungsorientiert, sondern tut  Patienten, Klienten, Kunden und auch Kindern gut. So wird der zunächst rein therapeutische Ursprung von Clean Language & Symbolic Modelling ein wichtiger Teil im Alltag des ganz normalen Gesprächs und des interpretationsfreien Zuhörens.

Und was möchten Sie gerne, das[s] geschieht?

Literaturangaben:


Mc Cracken: Clean Language in the Classroom. Zu bestellen hier in unserem Shop von www.cleanlanguage.de


Wellke, Bettina: Wellke, Hans-Peter: Clean Language Karten. Zu bestellen hier in unserem Shop von www.cleanlanguage.de

Autor dieses Blogs:

Hans-Peter Wellke
www.cleanlanguage.de